Oktoberfest – “Geld-Verdienen-Fest”

Anonym, 23 Jahre alt, in München geboren und aufgewachsen

Solche Geschichten wie, dass Kriminalität viel schlimmer geworden ist oder, dass so und so viele betrunkene Personen ins Krankenhaus gefahren worden sind, hört man jeden Tag in den Medien wenn die Zeit im Jahr kommt – Wiesnzeit.

Als ich kleiner war, habe ich andere Geschichten von meinem Vater oder Onkel gehört – wie schön es auf der Wiesn war als sie noch jünger waren. Selbst noch, als ich als Kind die Wiesn mit meiner Familie besucht habe, war es einfach anders. Weniger Menschen, viel traditioneller und vor allem – man konnte sich noch ein Bier oder Wurstsemmel locker leisten ohne die nächsten drei Tage zu verhungern.

Heutzutage habe ich das Gefühl, dass es was Anderes bedeutet. Jeder kann sich die Tracht kaufen (billiger oder teurer) und zur Wiesn anziehen. Ich finde es persönlich einfach Schade, weil für die Personen, die in Bayern aufgewachsen sind, Dirndl oder Lederhose viel mehr bedeutet, als für einen Touristen, der einfach zum “Saufen” kommt.

Was auch wichtig ist, ist der Alltag. Wohnen in einer Stadt, die so ein riesiges Fest für Millionen Menschen organisiert, ist einfach anstrengend. Hin- und zurückfahren in die Arbeit verlängert sich, es kommt öfters zu Verzögerungen. Im öffentlichen Verkehr stinkt es nach Bier und man kann es kaum aushalten mit der ganzen Menge von Menschen.

Das Bier oder Essen ist unfassbar teuer geworden. Oktoberfest ist kein Fest für die Bevölkerung mehr, sondern “Geld-Verdienen-Fest”. Früher hatte ich das Gefühl, dass es noch mehr für Menschen war, für die lokalen Menschen gemacht wurde. Jetzt ist es leider Massensauferei, was aber trotzdem noch relativ häufig als “Tradition” bezeichnet wird.

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