Maiglöckchen

Von Aldric Namias

In Frankreich sind am 1. Mai alle Geschäfte geschlossen. An normalen Feiertagen kann man noch auf ein paar Läden hoffen, um das Nötigste zu kaufen. Aber der 1. Mai ist da etwas Besonderes.

Am Tag der Arbeit ist es verboten, seine Tätigkeit nachzugehen. Nur bei ein paar Berufen gibt es die Ausnahme, wie bei Ärzten (nur bei Notfällen), Polizisten und Feuerwehrleuten. Normale Arbeiter haben hingegen kein Recht, am 1. Mai zu arbeiten. Die Gewerkschaften haben hart genug dafür gekämpft.

Das gilt selbstverständlich auch für Blumenverkäufer. Und trotzdem kann man an diesem Tag Maiglöckchen kaufen. Das ist besonders wichtig, denn ein Brauch in Frankreich lässt Maiglöckchen an alle Verwandten, Freunde und Bekannten schenken. Das bringt Glück für den ganzen Monat und vielleicht sogar darüber hinaus.

 

Dafür kann jeder einen Strauß Maiglöckchen auf der Straße verkaufen. Ausnahmsweise ohne Bürokratie, Anmeldung, Steuern, Straßennutzungssondererlaubnis oder sonstige Gesundheitskontrolle. Einfach so, einmal im Jahr, am 1. Mai, weil es Glück bringt und gut riecht.

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