Mein Mutausbruch

Wie der ClubIn mein Leben bereichert hat

Von Paulina Grasse

Als gebürtige Münchnerin war ich mir zunächst unsicher, ob ich in den ClubIn passe bzw. überhaupt das Recht habe, dort hinzugehen. Es ist zwar ein offener Treff für alle 17 bis 27-Jährigen, doch der Schwerpunkt liegt auf der internationalen Jugendarbeit und die meisten Besucher:innen leben teilweise erst seit einigen Jahren oder kürzer in Deutschland. Doch nachdem ich mich das erste Mal dazu überwunden hatte,  an einem offenen Treff teilzunehmen, war die Hemmung schnell weg. Es hat sich definitiv gelohnt hinzugehen. Ich habe so viele interessante Menschen auf einmal kennengelernt wie lange nicht mehr und spannende, auch tiefgründige Gespräche geführt. Ich fand diesen Abend so schön und bereichernd, dass ich beschlossen habe, regelmäßig den Club zu besuchen. Neben den offenen Treffs, die sich gut zum entspannten Reinschnuppern eignen, werden so viele coole Aktivitäten angeboten: Stockbrot und Marshmallows an der Feuerschale Grillen, Karaokeabend, Tanzkurse, Länderabende, Kickerturniere, Ausflüge zum Wandern, in den Klettergarten, und vieles mehr. 

Es klingt dramatisch, aber für mich begann mit dem regelmäßigen Besuch des ClubIns eine neue Lebensphase. Eine Phase, in der ich mich endlich aus meinem Schneckenhäuschen raustraue. Ich war zuvor jemand, der zwar im Kern schon extrovertiert ist und Kontakt zu anderen braucht, um zufrieden zu sein, jedoch habe ich mich aus verschiedenen Gründen zurückgezogen und habe sehr viel Zeit für mich alleine verbracht. Ich hatte nur ein, zwei  Freund:innen und war in meiner Freizeit gar nicht aktiv. Unter anderem lag das daran, dass mir der Mut gefehlt hat und ich Angst davor hatte, wie ich auf andere wirke, Angst davor, zu langweilig zu sein oder nicht gemocht zu werden. Im ClubIn sind jedoch alle so offen und tolerant, dass mir dort diese Angst genommen wurde. Mit jedem Mal fällt es mir ein Stückchen leichter, dort hinzugehen und die Vorfreude jedes Mal mehr überwiegt.

Ich habe gelernt, dass ich sozialer bin als ich dachte, und durch Kontakte aufblühe und daraus Energie ziehe. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass ich mein Leben allgemein auf den Kopf gestellt habe und jetzt viel häufiger rausgehe und Menschen treffe als zuvor. Ich bin dadurch seit langem wieder wirklich glücklich. 

Die Dankbarkeit, die ich daher für den ClubIn empfinde, werde ich nicht in Worte fassen können, außer „Danke dafür, an das Team und natürlich die Besucher:innen, dass ihr mein Leben so bereichert habt, ohne es überhaupt zu bemerken“. 

Ich appelliere an euch alle, euch auch euren Ängsten zu stellen und euren persönlichen Mutausbruch zu wagen. Es ist natürlich am Anfang schwer, aber es wird sich lohnen. Für diejenigen unter euch, die soziale Ängste haben oder etwas schüchterner sind, kann ich den ClubIn nur wärmstens empfehlen. 

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