Das Streben nach Gleichberechtigung – Ursprung und Hintergründe des Weltfrauentags

Von Bianca Bär 

Am 8. März war Weltfrauentag. In München war kaum etwas davon zu spüren. Schade, denn Deutschland ist eines der Länder, in denen der Weltfrauentag seinen Ursprung hat. Vor mehr als hundert Jahren wurde der Frauentag ins Leben gerufen. An Blumen dachten die Initiatorinnen damals – im Jahr 1911 – allerdings nicht. Sie wollten das Wahlrecht. In Berlin protestierten damals Zehntausende Frauen dagegen, dass nur Männer wahlberechtigt waren. Auch in Dänemark, Österreich, Schweiz und in den USA fanden Versammlungen statt, bei denen sich die Teilnehmerinnen gegen diese Ungleichbehandlung wehrten. Der Frauentag wurde daher auch „Frauenkampftag“ genannt.

Acht Jahre später erreichten die Frauen ihr Ziel. Im Januar 1919 durften sie bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung erstmals ihre Stimme abgeben. Auch in anderen Ländern Europas wurde nach und nach das Frauenwahlrecht eingeführt. Doch nun rückten andere Bereiche, in denen Frauen diskriminiert waren, in den Fokus. Die Liste war lang – und ist es auch heute noch. Auch in Deutschland, wo Frauen und Männer oft auf dem ersten Blick und auch per Gesetz gleich zu sein scheinen.

2016 wurden mehr als 100 000 Frauen Opfer von Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Dazu zählen Körperverletzung, Bedrohung, Stalking, Mord und Totschlag. 357 Frauen wurden im selben Jahr von ihrem (Ex-)Partner getötet – also beinahe jeden Tag eine. Auch in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht sind Frauen oft benachteiligt. Beispielsweise werden sie selbst bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation oft schlechter bezahlt als Männer.

Für Gleichberechtigung, gegen Unterdrückung und sexuelle Gewalt

Diese Phänomene beschränken sich natürlich nicht nur auf Deutschland. Auf der ganzen Welt sind Frauen täglich mit Diskriminierung konfrontiert. In zahlreichen Ländern setzen sich Frauen am Donnerstag deswegen für ihre Rechte ein. In Spanien traten hunderttausende Frauen in Streik und legten damit das Land lahm. Sie protestierten unter anderem gegen häusliche Gewalt und ungleiche Bezahlung. In Indien gingen Frauen im Kampf gegen sexuelle Belästigung auf die Straße, in Kosovo für gleiche Rechte am Arbeitsplatz.

Bis zur tatsächlichen weltweiten Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist es noch ein weiter Weg. Doch der 8. März setzt ein wichtiges Zeichen für Gleichberechtigung, gegen Unterdrückung und sexuelle Gewalt.

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